Allein sein

Allein sein.

Ein Moment für sich.

Nicht Flucht, sondern Einkehr.

Das Chaos der Welt leise ausblenden,
die eigene Stille lauschen.

In sich gehen,
tief, wie eine Wanderung durch einen dichten Wald,
wo der Wind Geschichten flüstert
und die Schatten keine Bedrohung sind,
sondern sanfte Umarmungen der Vergangenheit.

Sich spüren,
jeden Atemzug,
jeden Schlag des Herzens,
als wäre er ein Echo des Universums selbst.

Gedanken sammeln,
wie bunte Kieselsteine an einem Flussufer,
sie drehen, betrachten,
und dann loslassen,
sanft ins Wasser zurücklegen.

Sorgen loslassen,
wie Ballons,
die in die Weite des Himmels steigen,
wo die Wolken sie aufnehmen
und transformieren.

Ruhig werden,
bis der eigene Atem
die einzige Bewegung im Raum ist,
eine Brücke zwischen dem Jetzt und dem Ewigen.

Etwas betrachten,
mit dem Blick eines Künstlers,
der das Einfache entdeckt:
ein Glas,
durch das das Licht tanzt,
oder ein Bild,
das ganze Welten eröffnet.

Bewusst werden,
ganz hier,
ganz da,
im Moment verankert,
und doch getragen von etwas Größerem.

Aufmerksam werden,
auf die kleinen Dinge,
die sonst unbemerkt bleiben –
das Flüstern eines Blattes,
den Geruch der Luft nach dem Regen,
den Weg eines Wassertropfens am Fensterglas.

Ein Buch lesen,
dessen Seiten wie Türen sind,
die zu anderen Welten führen,
zu anderen Leben.

Ein Gedicht schreiben,
Worte finden,
die nicht nur erzählen,
sondern berühren,
wie ein Hauch.

Eine Geschichte schreiben,
aus der eigenen Tiefe schöpfen,
um etwas von sich selbst
mit der Welt zu teilen.

Musik hören,
die die Seele umarmt,
sie tanzen lässt,
und wieder zur Ruhe bringt.

Ein Bad nehmen,
nicht nur, um sich zu reinigen,
sondern um zu spüren:
das Wasser,
die Wärme,
das Leben,
das dich trägt.

Sich Gutes tun,
sich selbst wie einen alten Freund behandeln,
mit Geduld,
mit Liebe.

Bewusst sein.

Aufmerksam sein.

Allein sein –
nicht als Einsamkeit,
sondern als Geschenk.

Photo by Pixabay on Pexels.com

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑