Peter und der kleine Maulwurf – Sternenabend

„Schön ist der Abend, und wie klar die Sterne zu sehen sind“, sagte Peter und biss genussvoll in seinen Apfel. Der kleine Maulwurf, der ihm – wie so oft an lauen Sommerabenden – im Garten seiner Eltern Gesellschaft leistete, konnte sich eines leichten Seufzers nicht erwehren. „Was hast du? Bist du nicht meiner Meinung?“, fragte Peter und schaute zur Seite.

„Doch, doch“, erwiderte der kleine Maulwurf. „Schön ist der Abend schon, aber du weißt doch, dass meine Augen nicht sehr gut sehen, da ich am Tage meist unter der Erde lebe. Die Sterne kann ich darum nur ganz schwach erkennen, so wie verschwommene Milchtropfen, die an einer schwarzen Wand kleben.“

„Aber mein lieber Maulwurf“, begann Peter und suchte nach den richtigen Worten. „Um ganz ehrlich zu sein: viel mehr gibt es eigentlich auch nicht zu sehen. Vielleicht sehe ich die Sterne etwas schärfer und heller als du, aber das ist auch schon alles. Sie erscheinen uns eben nur als Punkte, weil sie so weit weg sind.“

„Oh, wie interessant, das wusste ich noch gar nicht“, piepste der kleine Maulwurf aufgeregt. „Dann verpasse ich ja gar nicht so viel?“

„Nein, natürlich nicht“, antwortete Peter.

„Weißt du noch mehr über die Sterne?“, fragte der kleine Maulwurf neugierig.

Peter überlegte. „Nein, leider nicht, aber ich werde versuchen, etwas herauszufinden. Mein Vater hat eine Menge Bücher, vielleicht finde ich dort etwas. Ich weiß nur, dass die Sterne weit entfernte Sonnen sind, ähnlich wie unsere Sonne.“

„Und ich sehe sie nur als verschwommene Milchpunkte“, seufzte der kleine Maulwurf erneut.

„Und ich sehe sie nur als scharfe Milchtropfen“, entgegnete Peter. Die beiden Freunde mussten lachen.

„Wie viele Menschen werden wohl im Moment den Sternenhimmel betrachten und sich Fragen stellen?“, wollte der kleine Maulwurf wissen.

Peter wurde nachdenklich. „Das kann ich dir auch nicht sagen, aber ich befürchte, dass es nicht sehr viele sind.“

„Aber ist das nicht schade?“, fragte der kleine Maulwurf. „Sind denn die Sterne nicht für alle da?“

„Oh doch, ich denke schon“, antwortete Peter und nahm einen tiefen Atemzug.

So saßen die beiden Freunde noch eine Weile da – fasziniert von dem grandiosen Anblick über ihren Köpfen – und fühlten sich eins mit sich und der Welt.

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