Der kleine Maulwurf plumpste direkt vor Peter auf den Boden. „Puh, das war ja ein großartiger Geburtstag. Jetzt bin ich aber müde.“ Peter antwortete nicht sofort, sondern ließ seinen Blick am Horizont entlangwandern. Die Abendsonne tauchte die Landschaft in warmes Licht, während die letzten Vogelstimmen verklangen. „Ja, es war wirklich ein schönes Fest“, sagte er schließlich. „Alle waren freundlich zueinander, und abgesehen von Nils’ blöden Kommentaren zu Sarahs Kleid gab es keinen Streit.“
Der kleine Maulwurf kletterte auf Peters Schoß und machte es sich gemütlich. Doch Peter wirkte immer noch nachdenklich. „Warum gehen die schönen Momente eigentlich immer so schnell vorbei?“ fragte er leise.
Der Maulwurf hob den Kopf und sah ihn an. „Tja, warum wohl…?“ Er überlegte kurz. „Vielleicht, weil man in solchen Momenten wie in einem Fluss ist. Man denkt nicht groß nach, sondern lässt sich von der Situation mitreißen. Wenn man nicht angestrengt über alles nachdenkt, sondern sich einfach treiben lässt, vergeht die Zeit wie im Flug.“
Peter nickte nachdenklich. „Wenn das stimmt, dann weiß ich auch, warum die Zeit in der Schule oft gar nicht vergeht. Es fehlt dieser Fluss, der einen mitnimmt.“
„Oder vielleicht“, entgegnete der kleine Maulwurf, „wirfst du dich einfach nicht in den Fluss hinein.“
„Und warum sollte ich das deiner Meinung nach nicht tun?“ Peter sah ihn neugierig an.
„Keine Ahnung“, meinte der Maulwurf. „Vielleicht, weil es die anderen auch nicht tun. Ihr langweilt euch gemeinsam – und beschwert euch dann darüber.“
Peter pflückte ein paar Gänseblümchen, die neben ihm im Gras wuchsen. „Du meinst also, man könnte fast an allem Interesse finden? Und wenn man das schafft, wird es schöner, und die Zeit vergeht wie im Nu?“
„Ganz genau“, stimmte der Maulwurf zu.
„Aber das ist doch nicht fair“, protestierte Peter. „Warum müssen die schönen Momente immer schneller vorbeigehen als die weniger schönen?“
Der Maulwurf schnupperte in die Luft. „Ich könnte sagen, dass man nicht alles haben kann. Aber ich denke lieber, dass man erst im Nachhinein spürt, wie schnell die Zeit vergangen ist. Wenn du im Fluss bist – oder wie auch immer wir es nennen wollen –, lebst du ganz im Moment, in der Gegenwart.“
Peter sagte nichts mehr. Stattdessen kraulte er dem klugen kleinen Maulwurf den Bauch und überlegte, ob er seine Worte wirklich verstanden hatte.

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