Das Gedankenexperiment „Wigners Freund“ verdeutlicht ein zentrales Paradoxon der Quantenphysik: Wie beeinflusst die Beobachtung die Realität?
Der Ablauf:
1. Im Labor: Wigners Freund führt ein Experiment durch, bei dem er ein Quantenteilchen misst, das sich in einem Überlagerungszustand befindet (z. B. gleichzeitig in zwei möglichen Zuständen). Sobald der Freund das Teilchen misst, „entscheidet“ sich der Zustand für ihn auf eine der Möglichkeiten.
2. Von außen betrachtet: Für Wigner, der außerhalb des Labors steht, ist das gesamte System – also der Freund und das Messergebnis – weiterhin in einem Überlagerungszustand. Für ihn hat der Zustand des Teilchens noch nicht „festgelegt“ stattgefunden.
Das Paradoxon:
Aus Sicht des Freundes existiert ein festes Messergebnis – die Realität ist eindeutig.
Aus Sicht von Wigner bleibt das gesamte System im Überlagerungszustand – die Realität ist unbestimmt.
Die Frage: Was ist Realität?
Ist die Realität objektiv und für alle Beobachter gleich?
Oder hängt die Realität davon ab, wer sie beobachtet?
Dieses Experiment stellt unsere klassische Vorstellung von Realität in Frage und zeigt, wie tiefgreifend die Quantenphysik das Verständnis von Beobachtung und Realität verändert.

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