Es ist schon erstaunlich: Milliarden von Galaxien, unvorstellbare Weiten, unzählige Geheimnisse – und doch scheinen sich die Menschen für alles zu interessieren, nur nicht für das, was wirklich über ihren Köpfen liegt.
Ich habe sie geschaffen, meine kleine virtuelle Sternwarte, mein Fenster in den Kosmos. Stunden, Tage, Wochen habe ich mir die Finger wundgetippt, Bilder von fremden Galaxien gesammelt, Theorien durchdacht und verständlich formuliert. Alles für die Neugierigen da draußen, die angeblich nach den Sternen greifen.
Und was passiert? Jeden Tag verirren sich ein paar einsame Lichtstrahlen auf meine Seite, vielleicht auch ein Photon mehr, aber den „Big Bang“ der Besucherzahlen erlebe ich wohl nicht. Die Entropie ist gnadenlos.
Was läuft falsch? Nun, es scheint, der Blick in den Nachthimmel fasziniert nur noch, wenn ein greller Supermarkt-Slogan den Weg dorthin beleuchtet. Vielleicht sind schwarze Löcher doch zu schwer verdaulich, wenn man sich gerade lieber im virtuellen „Fast Food“ der flüchtigen Unterhaltung ernährt. Ich kann’s verstehen – ein schwarzes Loch ist schließlich nicht halb so einladend wie ein süßes Katzenvideo oder ein Promi-Skandal.
Aber ich bleibe hier – in meiner kleinen kosmischen Ecke des Internets. Für die wenigen Entdecker, die noch bereit sind, innezuhalten und den Blick zu heben. Vielleicht seid ihr wie ich: fasziniert von dem großen Ganzen, das uns umgibt. Und wenn nicht, dann wünsche ich euch wenigstens viel Spaß auf der nächsten Seite, die euch „10 Fakten über die nächste Reality-Show“ verspricht.
Denn während das Universum sich weiter ausdehnt, bleibt die menschliche Aufmerksamkeitsspanne konstant winzig.
Euer Held der kosmischen Gedankenreisen.

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