Präludium: Das Flimmern der Dinge

Es gibt etwas, das sich den Sinnen entzieht – ein Flimmern, das nur in den stillsten Momenten sichtbar wird. Ein Zittern, das die Oberfläche der Welt kurz aufbrechen lässt, als wäre sie dünner, fragiler, als wir glauben wollen.

Ein Lichtstrahl, der zu lange zögert. Ein Echo, das zu weit trägt. Ein Windhauch, der durch geschlossene Räume streicht. Es sind Kleinigkeiten, so flüchtig, dass sie sich kaum greifen lassen – und doch genug, um die Gewissheit zu erschüttern.

Denn die Welt scheint fest zu sein. Ein Gewebe aus Regeln und Gewohnheiten, das uns trägt. Solange wir nicht zu genau hinsehen, bleibt alles verlässlich: der Himmel ist blau, die Zeit vergeht, und die Dinge sind, wie sie immer waren.

Aber was, wenn das nur die Oberfläche ist? Was, wenn alles, was wir sehen und berühren, nur ein dünner Schleier ist, der etwas verbirgt – etwas, das atmet, wartet und beobachtet?

Manchmal, wenn die Welt still wird und der Geist zur Ruhe kommt, spürt man es: Ein Rauschen am Rand der Wahrnehmung. Ein Gefühl, dass etwas nicht ganz stimmt. Ein Wispern, das leise fragt: Was liegt dahinter?

Die meisten Menschen wenden sich ab. Es ist einfacher, weiterzuleben, ohne zu fragen. Denn was, wenn die Antworten nicht für uns gemacht sind?

Doch das Flimmern ist da. Es war immer da. Ein unruhiger Schatten, der auf den richtigen Blick wartet. Vielleicht ist es nur ein Traum. Vielleicht ist es die Wahrheit.

Und vielleicht – nur vielleicht – wird eines Tages jemand stehen bleiben und sich trauen, tiefer zu blicken, hinein in das Unergründliche.

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