Elena saß am Fenster, die Kaffeetasse zwischen ihren Händen, während der Himmel langsam heller wurde. In ihrem Kopf schwirrten Gedanken, die sie kaum ordnen konnte. Das Signal, das sie entdeckt hatte – ein regelmäßiges, objektives Phänomen, das klar und messbar war – und ihre eigenen psychischen Erlebnisse, die kaum greifbar, aber unbestreitbar real waren.
Wie passt das zusammen?
Das Signal war Wissenschaft. Ein Echo, das aus den Tiefen des Universums zu ihnen drang, analysiert durch Zahlen und Formeln. Es war rational, beweisbar. Doch was sie im Traum erlebt hatte – Farben, die Musik, das Wesen, die goldene Formel – war etwas völlig anderes. Etwas Subjektives, Persönliches, das außerhalb jeder wissenschaftlichen Erklärung zu liegen schien.
„Kann es sein, dass beides miteinander verbunden ist?“ murmelte sie.
Sie dachte an die Parapsychologie, ein Gebiet, das sie bisher immer abgelehnt hatte. Telepathie, außerkörperliche Wahrnehmungen, das Unerklärliche. Für sie war das bislang nichts als Spekulation. Doch jetzt? War ihre psychische Erfahrung nicht ebenso real wie die mathematischen Daten des Signals? Sie hatte es gesehen, erlebt – und es fühlte sich so klar und tiefgreifend an, als hätte sie kurz die Struktur der Wirklichkeit berührt.
Was, wenn das Universum mehr ist als Materie und Energie? fragte sie sich. Was, wenn es eine tiefere Ebene gibt, die sowohl das Materielle als auch das Psychische miteinander verbindet?
Sie erinnerte sich an ein Zitat aus einem Buch zur Quantenphysik: „Der Beobachter beeinflusst das Beobachtete.“ Was, wenn das Signal nicht nur existierte, sondern auf sie reagierte? Was, wenn ihr Bewusstsein und diese wissenschaftliche Entdeckung auf eine Art miteinander verwoben waren, die sie noch nicht verstand?
Elena lehnte sich zurück und starrte hinaus. Die Sterne verblassten langsam am Horizont, doch sie sah immer noch die Linien aus ihrem Traum. Die Formel, die sie im Schlaf erkannt hatte, schien sie erneut zu rufen.
„Vielleicht reicht die Wissenschaft nicht aus“, murmelte sie. „Vielleicht gibt es Räume, die nur psychisch erfahrbar sind.“
Ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken. Nelly hob den Kopf, sah sie aus großen, treuen Augen an und legte sich wieder hin.
Elena atmete tief durch. Das Signal war real, und ihre Erfahrung war real. Und irgendwo, an einem Punkt, den sie noch nicht begreifen konnte, schien sich beides zu berühren – Wissenschaft und Psyche, das Messbare und das Unerklärliche.
Ich werde es herausfinden, dachte sie und starrte auf die Stelle, wo der Himmel und die Welt sich trafen.

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