Die Tür des Cafés öffnete sich, und Elena erkannte die Frau sofort. Es war die gleiche, die sie vor Wochen fasziniert hatte, deren Präsenz in ihrem Leben sich wie ein Rätsel anfühlte. Die Frau trat mit ruhigen, selbstbewussten Schritten auf sie zu, ein Lächeln, das sowohl Vertrautheit als auch ein Geheimnis in sich trug.
„Darf ich mich setzen?“ Ihre Stimme war leise, aber bestimmt, wie das Flüstern von Wind zwischen Bäumen.
Elena nickte, unsicher, aber neugierig. „Natürlich.“
Die Frau ließ sich nieder und sah Elena direkt an, als ob sie ihre Gedanken lesen könnte. „Ich denke, du hast Fragen.“
Elena zögerte, dann sprach sie leise: „Wer bist du? Und warum habe ich das Gefühl, dass es wichtig ist, dass wir uns treffen?“
Die Frau hielt inne, ein sanftes Lächeln auf den Lippen. „Ich bin, was du in mir siehst. Eine Manifestation dessen, was dich ruft. Du würdest mich vielleicht das Universum nennen, aber ich bin kein Wesen, kein Gott. Ich bin ein Ausdruck – von allem, was ist, und allem, was du suchst.“
Elena spürte, wie sich eine Gänsehaut auf ihren Armen ausbreitete. „Das Universum… spricht mit mir? Warum?“
„Weil du gefragt hast“, antwortete die Frau ruhig. „Deine Sehnsucht, deine Suche nach dem, was größer ist als du selbst, hat mich hergerufen. Aber ich bin keine Lösung, Elena. Ich bin nur hier, um dich daran zu erinnern, dass die Fragen wichtiger sind als die Antworten.“
„Das Flimmern und all das Merkwürdige“, begann Elena vorsichtig. „Warum sehe ich es? Was bedeutet es?“
Die Frau lehnte sich leicht nach vorn, ihre Augen so tief und unergründlich wie der Nachthimmel. „Das Flimmern ist eine Einladung. Ein Echo der Ewigkeit, das dich ruft. Es zeigt dir, dass du Teil von etwas Größerem bist – und das Größere Teil von dir. Es ist kein Rätsel, das gelöst werden muss, sondern eine Erinnerung an deine Verbindung mit allem, was ist.“
Elena wollte etwas sagen, doch die Worte blieben in ihrer Kehle stecken. Die Frau erhob sich langsam, und für einen Moment schien es, als würde die Zeit um sie herum stillstehen.
„Manchmal reicht es, die Schönheit der Fragen zu spüren“, sagte sie leise, „denn sie sind der Atem der Ewigkeit.“
Mit diesen Worten wandte sie sich ab, und während sie zur Tür schritt, schien sie mit dem Licht zu verschmelzen. Elena blinzelte, und die Frau war verschwunden. Doch als sie durch das Fenster nach draußen blickte, sah sie etwas, das wie ein Flimmern in der Ferne tanzte – das Flimmern der Ewigkeit. Es erfüllte sie mit einer seltsamen Ruhe, als ob sie eine Antwort erhalten hätte, die keine Worte brauchte.

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