Flug zu den Sternen Kapitel 7: Reflexionen

Elena stand allein im Cockpit der Aurora. Vor ihr lag das Universum, still und unendlich. Die Sterne schimmerten wie winzige Nadelstiche in einer dunklen Leinwand, und die Leere dazwischen war fast greifbar. Sie legte eine Hand an die Scheibe des Panoramafensters und atmete tief ein.

„Wie außergewöhnlich es ist, dass wir hier sind,“ dachte sie. „Menschen, gebunden an einen winzigen Planeten mit einem zerbrechlichen Ökosystem. Alles, was wir brauchen – Luft, Wasser, Nahrung – existiert nur in einem schmalen Band um die Erde. Und doch haben wir es geschafft, diese Grenzen zu überwinden und hierher zu kommen, mitten in diese unermessliche Leere.“

Die Weite des Universums war überwältigend. Jeder Stern vor ihr war eine Sonne, viele davon mit Planeten, vielleicht sogar Leben. Die Dimensionen waren so gewaltig, dass ihr der Gedanke daran den Atem raubte. „Es ist, als würde das Universum uns mit seiner Größe zwingen, unsere Bedeutung zu hinterfragen,“ dachte sie.

Für einen Moment schloss sie die Augen. „Wenn es ein höchstes Wesen gibt,“ überlegte sie, „wie groß muss es dann sein, um all dies zu erschaffen und zu verstehen? Wie kann so etwas überhaupt existieren?“ Der Gedanke machte sie fassungslos. Sie öffnete die Augen und schaute wieder hinaus, als könnte sie dort draußen eine Antwort finden.

Ihre Gedanken wanderten zu den kommenden Wochen. Ein Vierteljahr würden sie auf Edenes bleiben, ein ganzes Vierteljahr auf einem fremden Planeten. Der Gedanke war faszinierend und beängstigend zugleich. Wie viel würde das Team in dieser Zeit herausfinden können? Würden sie die ersten Spuren von Leben entdecken? Oder etwas, das sie nicht einmal begreifen konnten?

Doch die Aurora selbst hatte in den letzten Tagen ihre eigene Rätselhaftigkeit gezeigt. Da war die Tasse, die sie sicher auf der Konsole abgestellt hatte, die plötzlich auf dem Boden lag, als wäre sie von unsichtbarer Hand bewegt worden. Dann waren da die Schritte im Gang – schwere, gleichmäßige Schritte, die sie hinter sich hörte, aber niemanden sah. Und schließlich das seltsame Muster, das für einen Augenblick auf dem Laborbildschirm erschienen war: Kreise und Linien, die ein eigenartiges, fast organisches Muster bildeten, bevor es verschwand.

„Sind das nur Zufälle?“ fragte sie sich, während sie weiter in die Dunkelheit starrte. „Oder deutet es auf etwas hin, das wir nicht verstehen können?“

Elena fühlte, wie sich eine seltsame Beklommenheit in ihr ausbreitete. Diese Ereignisse waren klein, scheinbar unbedeutend, und doch schienen sie etwas anzukündigen. Etwas, das sie nicht benennen konnte, aber dessen Schatten sie spürte.

„Das ist noch nicht vorbei,“ dachte sie, und ein Schauer lief ihr über den Rücken. „Vielleicht hat es gerade erst begonnen.“

Die Sterne vor ihr leuchteten ungerührt weiter, still und unendlich. Doch Elena konnte die Beklemmung nicht abschütteln, dass hinter dieser Stille etwas wartete – etwas, das mit jeder Minute näherkam.

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