Am 1. und 2. September 1859 wurde die Erde von einer gigantischen Sonneneruption getroffen, die als das Carrington-Ereignis bekannt wurde. Es handelte sich um den stärksten jemals registrierten geomagnetischen Sturm, verursacht durch eine gewaltige koronale Massenauswürfe (CME) der Sonne.
Das Außergewöhnliche daran:
1. Polarlichter am Äquator:
Die Aurora Borealis war so intensiv, dass sie bis in die Karibik und Südamerika sichtbar war. Berichte aus Kuba, Hawaii und sogar Kolumbien beschreiben einen blutroten Nachthimmel, als hätte der Himmel gebrannt.
2. Elektrische Störungen weltweit – lange vor dem Zeitalter der Elektronik:
Damals gab es keine modernen Stromnetze, doch der Sonnensturm schlug direkt in das damals neu etablierte Telegraphensystem ein. Telegrafenstationen fingen Feuer, Funken flogen aus den Geräten, und viele Telegrafisten erhielten elektrische Schläge. Einige Telegrafen funktionierten sogar, obwohl sie vom Stromnetz getrennt waren – allein durch die induzierten Ströme des Sonnensturms!
3. Ein direkter Treffer mit katastrophalem Potenzial für heute:
Würde heute ein Sturm dieser Stärke auf die Erde treffen, könnte er weltweit Stromnetze, Satelliten, GPS, Internet und Kommunikationssysteme lahmlegen. Wissenschaftler gehen davon aus, dass ein solches Ereignis zu einem globalen Schaden von mehreren Billionen Dollar führen und Monate bis Jahre für die Reparatur benötigen könnte.
4. Der Zufall rettete uns:
Ein ähnlich starker Sonnensturm wurde 2012 beobachtet – doch glücklicherweise verfehlte er die Erde knapp. Wäre er nur eine Woche früher oder später ausgebrochen, hätte er unsere gesamte technologische Infrastruktur zerstören können.
Kosmische Gefahr – und eine Frage der Zeit
Das Carrington-Ereignis zeigt, dass die Sonne unser Schicksal jederzeit beeinflussen kann. Es ist keine Frage, ob so ein Sturm wiederkommt – sondern nur wann. Aktuelle Forschungen zeigen, dass das nächste große solare Supersturm-Ereignis in den kommenden Jahrzehnten wahrscheinlich ist.
Sind wir darauf vorbereitet?

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