Selbsterkenntnis des Geistes

Alles beginnt im Geist – dem unendlichen Ursprung, der alles trägt und alles durchdringt. Der Geist, der sich selbst zu erkennen sucht, ist wie ein wanderndes Licht, das seinen eigenen Ursprung finden will. Doch dieser Ursprung liegt nicht außerhalb von ihm, sondern in ihm selbst. Alles, was ist, entspringt diesem einen Prinzip, das sich entfaltet, formt, widerspricht und wiederkehrt.

Im Menschen wird der Geist sich seiner selbst bewusst. Er blickt hinaus in die Welt, ordnet, begreift – und erkennt dabei Stück für Stück, dass er es ist, der diese Welt trägt. Er ahnt, dass jede Grenze, die er sieht, zugleich von ihm selbst gesetzt ist. Der Geist, der sich als endlich erlebt, erkennt in der Selbsterkenntnis seine Unendlichkeit.

Doch dies ist kein ruhiger Prozess, sondern ein Werden voller Kampf und Widerspruch. Der Geist muss sich spalten, sich verlieren, sich entfremden, um schließlich zu sich zurückzufinden. Und in dieser Rückkehr liegt seine höchste Wahrheit: Die Welt ist nicht getrennt von ihm. Alles, was er erfährt, ist Ausdruck seiner selbst. Die Selbsterkenntnis des Geistes ist die Entdeckung, dass Subjekt und Objekt eins sind – dass die ganze Wirklichkeit nichts anderes ist als der Geist, der sich selbst begegnet.

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