Stell dir vor, die Geburt unseres Universums war nicht der Anfang von allem, sondern nur der Beginn einer Blase in einem unendlichen, unsichtbaren Meer: das Multiversum. Dieses besteht aus reiner Energie, das unaufhörlich neue Blasen hervorbringt – jede von ihnen ein eigenes Universum, in dem die Regeln der Natur neu geschrieben werden.
Unsere Blase, unser Universum, scheint vertraut: Sterne leuchten, Planeten kreisen, und Leben entsteht. Doch was wäre, wenn die anderen Welten völlig andersartig sind?
In manchen dieser Universen könnten die Naturgesetze fremd und bizarr sein. Vielleicht existiert dort keine Schwerkraft, sodass alles ziellos und schwebend umherwandert, ohne je zusammenzufinden. Keine Sterne, keine Planeten – nur ein endloser, lebloser Raum, erfüllt von stiller Bewegung.
Andere Universen könnten gefangen sein in der Zeitlosigkeit – Momente, die weder Anfang noch Ende haben. Ein ewiges Jetzt, in dem nichts vergeht, nichts wächst und nichts endet. Ein Ort ohne Geschichte, ohne Zukunft, ein Stillstand der Existenz.
Vielleicht gibt es Welten, in denen das Licht anders schwingt, in denen völlig unbekannte Farben die Realität erfüllen. Farbtöne, die unsere Augen nicht sehen und unser Verstand nicht begreifen kann. Eine Landschaft aus lebendigem Licht und Schatten, unbeschreiblich und doch real.
Oder Welten, in denen es keine Materie gibt – nur reine Energie, die sich wie flüssiges Licht durch die Leere bewegt. Ein Universum ohne Form, ohne Grenze, in dem alles im ewigen Fluss ist.
Was, wenn in manchen Universen die Zeit rückwärts läuft? Sterne verglühen nicht, sie entzünden sich aus Staub und Gas, nur um in einem perfekten Zusammenfall wieder zu verschwinden. Lebewesen könnten ihr Leben rückwärts leben – das Ende zuerst, der Anfang zuletzt.
Und was ist mit den Dimensionen? In einigen Welten könnte es nur zwei Dimensionen geben, flache Realitäten wie lebende Bilder ohne Tiefe. In anderen könnten zehn oder mehr Dimensionen existieren, in denen Raum und Zeit ineinander verschlungen sind, unbegreiflich für unser Denken.
Vielleicht sind einige Universen völlig leblos, während andere von fremdartigen Kreaturen bewohnt werden, die ohne Wasser oder Luft existieren. Wesen, die in Flammen gedeihen, in absoluter Kälte leben oder im Vakuum des Nichts geboren werden.
Diese fremden Welten – so andersartig und unvorstellbar sie auch sein mögen – zeigen, wie grenzenlos die Möglichkeiten in einem Multiversum sind. Ein unendlicher Ozean von Realitäten, in dem jede Blase ihre eigene Geschichte erzählt. Und während wir hier, in unserer Blase, nach Antworten suchen, entstehen irgendwo neue Welten, die jenseits unserer Vorstellungskraft liegen.
Vielleicht war die Entstehung unserer Welt nur ein Zufall, ein einzelner Funke im Tanz unzähliger Blasen. Doch wie viele Welten existieren noch, und wie viele davon sind so anders, dass wir sie niemals verstehen könnten?

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