Forschung und wissenschaftliche Studien zu UAPs/UFOs im Auftrag öffentlicher Stellen
In Europa existieren teils seit Langem staatlich unterstützte Programme zur Erforschung von unidentifizierten Phänomenen im Luftraum (UAP/UFO). Ein herausragendes Beispiel ist Frankreich: Bereits 1977 wurde dort bei der Raumfahrtagentur CNES eine Fachgruppe eingerichtet (heute GEIPAN), die UFO-Meldungen sammelt, analysiert und archiviert. GEIPAN arbeitet mit staatlichen Stellen wie der Gendarmerie, der Luftwaffe und wissenschaftlichen Instituten zusammen und informiert die Öffentlichkeit über die Ergebnisse. Von allen gemeldeten Phänomenen können nach eingehender Untersuchung etwa 95–97 % erklärt werden; lediglich ca. 3–5 % bleiben auch danach ungeklärt. Um die wissenschaftliche Erforschung zu fördern, veranstaltete CNES-GEIPAN im Oktober 2022 die internationale CAIPAN-2-Konferenz in Toulouse, bei der über 100 Experten aus 13 Ländern (Wissenschaftler, Techniker und erfahrene UFO-Ermittler) aktuelle Untersuchungsmethoden und Forschungsergebnisse zu UAP austauschten. Dies unterstreicht das fortgesetzte öffentliche Interesse in Frankreich, UAP-Beobachtungen wissenschaftlich zu untersuchen und das Stigma des Themas zu reduzieren.
Auch Italien verfügt über einen institutionellen Rahmen zur Untersuchung von UFO-Sichtungen. Nach einer Sichtungswelle 1978 wurde die italienische Luftwaffe (Aeronautica Militare) offiziell beauftragt, Meldungen über „Oggetti Volanti Non Identificati“ zu sammeln und zu prüfen. Diese Aufgabe übernimmt bis heute das Reparto Generale Sicurezza (Sicherheitsabteilung des Luftwaffenstabes). Bürger können Beobachtungen per Formular melden; die Meldungen werden über die Carabinieri an die Luftwaffe geleitet und dort technisch untersucht. Ziel ist es festzustellen, ob hinter dem Phänomen z.B. Fluggeräte, Wetterballons oder andere bekannte Ursachen stecken – letztlich also die Flugsicherheit und nationale Sicherheit zu gewährleisten. Die Ergebnisse werden anschließend veröffentlicht: In einer öffentlich einsehbaren Jahresliste klassifiziert die Aeronautica Fälle als „identifiziert“ oder als echte UFOs, falls keine natürliche oder technische Erklärung gefunden wurde. So wurden etwa für das Jahr 2020 zwei UFO-Sichtungen registriert (18. Juli bei Mailand und 2. August bei Ravenna), die trotz Untersuchungen ungelöst blieben und daher offiziell als „Oggetto Volante Non Identificato“ geführt werden. Dieses transparente Vorgehen der italienischen Behörden – Daten werden seit 2001 veröffentlicht – wird von UFO-Forschern positiv hervorgehoben.
Andere europäische Länder verfolgten in der Vergangenheit ebenfalls wissenschaftliche oder dokumentarische Projekte zu UFOs. Spanien beispielsweise ließ zwischen 1968 und 1995 die Luftwaffe rund 122 UFO-Zwischenfälle untersuchen und veröffentlichte ab 1991 sukzessive die gesammelten UFO-Akten (über 1.900 Seiten) für die Öffentlichkeit. Großbritannien unterhielt bis 2009 eine spezielle UFO-Meldestelle beim Verteidigungsministerium, die alle verfügbaren Berichte sammelte; die Briten stellten jedoch nach Jahrzehnten ergebnisloser Untersuchungen ihre staatliche UFO-Forschung ein und übergaben die Akten dem Nationalarchiv. In Deutschland gibt es keine vergleichbare offizielle Forschungsstelle – ein Bericht der Wissenschaftlichen Dienste des Bundestages (2009) stellte fest, dass hierzulande anders als in Frankreich oder den USA keine zentrale Behörde UFO-Sichtungen auswertet. Stattdessen erfolgte die Untersuchung in der Vergangenheit punktuell durch Militär, Luftfahrtbehörden oder Nachrichtendienste, ohne dass dies koordiniert oder fortlaufend geschah. Private wissenschaftliche UFO-Forschungsvereine (wie die GEP e.V.) übernehmen in Deutschland die Sammlung von Zivilsichtungen. Insgesamt zeigt sich europaweit ein uneinheitliches Bild: Während Länder wie Frankreich und Italien über institutionalisierte wissenschaftliche UAP-Untersuchungen verfügen, bleibt das Phänomen in anderen Staaten (Deutschland, UK, etc.) bislang offiziell der Wissenschaft weitgehend unerschlossen – auch wenn dort vereinzelt staatliche Studien durchgeführt oder in Auftrag gegeben wurden (z. B. einst in Großbritannien das Project Condign 1997–2000, oder der Bundestags-Bericht 2009).
Militärische und sicherheitsbezogene Einschätzungen von UAPs
Aus militärischer Sicht steht bei UAPs primär die Frage im Vordergrund, ob sie eine Bedrohung für die Luftraumsicherheit darstellen. In mehreren europäischen Staaten haben die Streitkräfte klargestellt, dass sie bisher keine Hinweise auf ein gefährliches Phänomen sehen. So erklärte das britische Verteidigungsministerium (MoD) wiederholt, dass in über 50 Jahren keine UFO-Sichtung festgestellt worden sei, die auf eine militärische Bedrohung hindeutet. Aufgrund dieser Einschätzung stellte das MoD bereits 2009 seine UFO-Untersuchungen ein; sämtliche bis dahin gesammelten Berichte wurden archiviert. Auch aktuell bleibt die britische Haltung skeptisch: Auf Fragen im House of Lords im Juni 2021 betonte die Regierung, man nehme zwar jeden potenziellen Bedrohungsaspekt ernst, habe aber keine eigenen UAP-Berichte vorliegen und konzentriere sich auf verifizierte Gefahren. Dementsprechend existiert bis heute keine neue britische Militärstelle für UFO-Angelegenheiten. In einer offiziellen Parlamentsantwort 2023 stellte der britische Verteidigungs-Staatsminister klar, dass das Ministerium „keine Meinung zur Existenz von Außerirdischen oder UAP habe“ und seit 2009 keine Meldungen mehr untersuche. Stattdessen überwachen Großbritanniens Luftstreitkräfte generell den Luftraum rund um die Uhr mit Radar und halten Abfangjäger bereit, um jedes unbekannte Flugobjekt abzufangen, falls es die Luftraumintegrität verletzen sollte. Diese Maßnahmen sind Teil der üblichen Luftverteidigung und richten sich gegen alle unidentifizierten Fluggeräte – seien es Drohnen, Ballons oder potenziell auch ungewöhnliche Phänomene.
Frankreichs Militär arbeitet beim Thema UAP eng mit dem zivilen GEIPAN zusammen. Die französische Luftwaffe (Armée de l’Air et de l’Espace) sowie die Gendarmerie melden Sichtungen oder Radarkontakte, die nicht aufgeklärt werden können, an GEIPAN weiter. So wird sichergestellt, dass auch militärische Beobachtungen unerklärlicher Luftraumobjekte wissenschaftlich untersucht werden. Offiziell betrachtet das französische Verteidigungsministerium UAPs nicht als akute Bedrohung, hat aber – ähnlich wie in den USA – ein Interesse daran, Luftraumverletzungen unbekannter Art zu verstehen. Frankreichs Verteidigungshistoriker haben zudem begonnen, ältere Fälle systematisch aufzubereiten: 2021 veröffentlichte das Service Historique de la Défense (SHD) ein Inventar der historischen „Fonds OVNI“ – eine Sammlung von UFO-Akten der Gendarmerie und Militärarchive, die bis in die 1970er Jahre zurückreichen. Dies zeigt, dass selbst wenn aktuell keine eigene Militäreinheit ausschließlich für UAPs abgestellt ist, das Phänomen doch als Teil der zeitgeschichtlichen Sicherheitsforschung gesehen wird.
Italien betrachtet unidentifizierte Flugobjekte primär unter dem Aspekt der Luftsicherheit. Wie oben beschrieben, untersucht die Aeronautica Militare jede gemeldete Erscheinung technisch. Sollte sich im Verlauf einer Sichtungsmeldung ein konkreter militärischer Hintergrund (z. B. ausländische Drohnen/Flugzeuge) zeigen, würden die entsprechenden Verteidigungsmechanismen greifen. Bisher wurden jedoch die meisten Fälle als ungefährlich eingestuft – oft klären sie sich als astronomische oder atmosphärische Phänomene auf. Nur eine kleine Zahl bleibt als echte OVNI übrig, ohne dass man ihnen eine aggressive Intention zuschreibt. Die italienischen Streitkräfte halten zwar Jets bereit, um etwaige Luftraumverletzer (auch unbekannter Natur) abzufangen, ähnlich wie es NATO-weit Standard ist, aber ein spezifisches Bedrohungsszenario durch UAPs wurde nicht festgestellt.
Deutschland verhält sich offiziell zurückhaltend: Regierung und Bundeswehr vertreten den Standpunkt, man habe „noch nie ein zunächst unidentifiziertes Flugobjekt detektiert, das nicht im Nachhinein konventionell erklärbar war“. Damit signalisiert die Bundeswehr, dass nach ihren Radardaten bislang kein UFO-Ereignis auftrat, das als mysteriös ungelöst verblieb. Entsprechend sieht man kein eigenes militärisches UAP-Untersuchungsprogramm vor. Sollte natürlich ein unbekanntes Flugobjekt in den deutschen Luftraum eindringen und die Flugsicherheit gefährden, würde auch hier – wie in jedem NATO-Land – das QRA-Abfangsystem (Alarmrotten von Kampfjets) ausgelöst. Bislang fielen jedoch unbekannte Luftraumobjekte eher unter Spionage-Verdacht (z. B. während des Kalten Krieges) als unter außergewöhnliche Phänomene. Insgesamt lässt sich sagen: Europas Militärs betrachten UAPs nicht als feindliche „Alien“-Bedrohung, sondern ordnen unerklärte Sichtungen meist als zu untersuchende Sicherheitsvorfälle ein, bei denen es oft um irdische Ursachen (Drohnen, Ballons, etc.) geht. Ein Beispiel jüngster Zeit waren die mysteriösen Flugobjekte über Osteuropa im Februar 2023: Nach dem Abschuss eines chinesischen Ballons in den USA registrierten auch Rumänien und Moldawien verdächtige unbekannte Objekte im Luftraum und ließen Abfangjäger starten. Die rumänischen MiG-21-Piloten konnten das kleine, ballonartige Objekt zwar nicht mehr ausfindig machen, doch das Verteidigungsministerium wertete den Vorfall als möglichen Spionage-Ballon und erhöhte die Aufmerksamkeit. Solche Reaktionen zeigen, dass Unbekanntes am Himmel vor allem unter nachrichtendienstlichen und sicherheitstechnischen Aspekten betrachtet wird – die Frage nach dem wissenschaftlichen Ursprung (natürlich, technisch oder anderes) tritt für das Militär zunächst in den Hintergrund, solange keine akute Gefahr ausgeht.
Öffentliche Aussagen, Strategiepapiere und Berichte offizieller Stellen
Während die USA seit 2021 mehrere offizielle UAP-Berichte vorgelegt haben, sind vergleichbare öffentliche Berichte europäischer Behörden rar. Allerdings gab es zahlreiche Stellungnahmen und Dokumente, in denen Regierungen ihre Haltung erläutern. So betont die deutsche Bundesregierung gebetsmühlenartig, dass sie keine Erkenntnisse zu UFO-Sichtungen habe und das Thema für sie keine operative Relevanz besitze. Schon 2008 erklärte ein Regierungsvertreter im Parlament: „Die Bundesregierung hat keine Erkenntnisse über Sichtungen sog. UFOs“. Diese Linie wurde auch von der aktuellen Regierung (ab 2021) nicht verlassen – Nachfragen ergaben, dass man an der bisherigen Politik (keine spezielle Zuständigkeit, kein Programm) festhält. Entsprechend findet das UFO-Phänomen in deutschen Strategiepapieren – etwa Weißbüchern zur Sicherheit oder Forschungsprogrammen – nicht statt. Lediglich in Antworten auf Bürger- oder Presseanfragen wird auf die historische Haltung verwiesen (dass UFO-Berichte in Deutschland dezentral behandelt wurden und fast immer erklärbar gewesen seien).
In Großbritannien sind mehrere parlamentarische Aussagen der letzten Jahre öffentlich zugänglich, die die offizielle Sicht darlegen. Im House of Lords antwortete die Verteidigungsstaatssekretärin Baroness Goldie im Juni 2021 auf eine UFO-Anfrage, man nehme den US-UAP-Bericht zur Kenntnis, habe aber keine eigenen UAP-Daten gesammelt und vertraue auf bestehende Luftraum-Überwachungsmaßnahmen. Sie verwies darauf, dass das Verteidigungsministerium sich auf „tatsächliche Bedrohungen, untermauert durch Beweise“ konzentriere. Zudem bestätigte sie, dass alle früheren UFO-Akten ins Nationalarchiv überführt wurden. Eine schriftliche Anfrage im Unterhaus (September 2023) nach der Zahl der UFO-Meldungen im Jahr 2022 wurde von Verteidigungsminister James Heappey sinngemäß damit beantwortet, dass das MoD seit 2009 keine UFO-Berichte mehr führt – man habe „keine Meinung“ zu UAPs und Außerirdischen und ermittle nicht in solchen Fällen. Diese Klarstellungen gelten als offizielle Policy Großbritanniens und sind in öffentlichen Parlamentsdokumenten nachlesbar.
Frankreich veröffentlicht regelmäßig Informationen zu UAP-Untersuchungen, vor allem durch CNES/GEIPAN. So sind auf der GEIPAN-Webseite Berichte zu aktuellen Fällen sowie Jahresstatistiken zugänglich. Ein eigenes Strategiepapier der Regierung zu UAPs existiert zwar nicht, doch CNES als staatliche Einrichtung definiert den Auftrag des GEIPAN klar: die Phänomene ergebnisoffen zu studieren und die Öffentlichkeit zu informieren. Darüber hinaus sind umfangreiche Archivalien verfügbar: Das französische Verteidigungsarchiv SHD stellt interessierten Bürgern einen Index der freigegebenen UFO-Akten zur Verfügung. In Spanien hat das Verteidigungsministerium schon in den 1990er Jahren einen Sachbericht zu den freigegebenen UFO-Akten publiziert, der jede dokumentierte Sichtung (1962–1995) mit Ergebnis auflistet – diese Dokumente sind nun im Internetarchiv öffentlich. Solche Berichte zeigen etwa, dass viele Fälle auf Flugzeuge, Ballons oder astronomische Ereignisse zurückgeführt wurden, einige wenige jedoch ungeklärt blieben.
Auch auf EU-Ebene gibt es erste offizielle Äußerungen. Zwar haben weder die Europäische Kommission noch die EU-Agentur ESA bislang eigene UAP-Programme, doch das Thema taucht in öffentlichen Diskussionen auf. Einzelne Abgeordnete des EU-Parlaments sowie Mitgliedsstaatenvertreter haben bei der EU-Kommission angefragt, ob Informationen über UAP-Vorfälle vorliegen – zum Beispiel im Kontext der Sicherheit kritischer Infrastruktur. Die Antworten fielen ausweichend aus und betonten, dass der Kommission keine über die Medienberichte hinausgehenden Erkenntnisse zu UFO/UAP-Sichtungen vorliegen. Dennoch werden UAPs inzwischen wahrnehmbarer: Im European Space Policy Institute oder der European Aviation Safety Agency wird zumindest verfolgt, welche Initiativen z.B. die NASA oder die US-Behörden ergreifen. Ein konkretes europäisches Strategiepapier zum Umgang mit UAPs gibt es aber (noch) nicht. Im zivilen Luftfahrtbereich existiert lediglich die Verordnung (EU) 376/2014, welche die Meldung von Störungen und Vorfällen in der Luftfahrt regelt – UAPs werden darin jedoch nicht explizit erwähnt, was möglicherweise eine Regulierungslücke darstellt (siehe politischer Vorstoß unten).
Politische Initiativen und parlamentarische Debatten zum Thema
In den letzten Jahren haben UAPs/UFOs auch die politische Agenda in Europa erreicht. Im Europäischen Parlament wurde das Thema 2023/24 aktiv aufgegriffen: Der portugiesische Abgeordnete Francisco Guerreiro (Grüne/EFA) forderte zunächst in Reden ein EU-weites Vorgehen bei unidentifizierten Phänomenen und reichte im März 2024 einen offiziellen Entschließungsantrag ein. Dieser Antrag (Dok. B9-0194/2024) zielt darauf ab, ein europaweit koordiniertes Meldesystem für UAP-Sichtungen einzurichten und die bestehende EU-Luftfahrtgesetzgebung zu aktualisieren. Unter anderem schlägt der Resolutionsentwurf vor, die Verordnung (EU) 376/2014 so zu erweitern, dass auch Piloten und Flugpersonal ohne Angst vor Stigmatisierung UAP-Vorfälle melden können. Zudem sollen gemeinsame Methoden zur Datenerfassung und -analyse von UAP-Vorfällen in den Mitgliedstaaten entwickelt werden, um eine zentrale EU-Datenbank aufzubauen. Damit würde die EU eine vergleichbare Rolle wie die USA (mit ihrem neuen UFO-Büro AARO) einnehmen. Die Resolution war zum Zeitpunkt 2024 noch in der Prüfungsphase; gleichwohl markiert sie das erste Mal, dass das EU-Parlament offiziell über UFO/UAP-Politik diskutiert. Auch in öffentlichen Anhörungen – etwa einem Austausch im Europaparlament mit internationalen Experten – wurde die Notwendigkeit betont, wissenschaftliche Erkenntnisse und Meldungen EU-weit zusammenzuführen (ein inoffizieller „European UAP Day“ fand am 20. März 2024 mit Vorträgen statt, unterstützt von Europaabgeordneten).
Entwurf einer Resolution im Europaparlament (März 2024) zur Einrichtung einer EU-weiten UAP-Meldestelle und zur Integration unidentifizierter Phänomene in die europäische Zivilluftfahrt-Regulierung.
Auch in einzelnen nationalen Parlamenten gab es Debatten oder Anfragen. In Großbritannien fragte Lord Sarfraz im House of Lords (Juni 2021) nach der Haltung der Regierung zum US-UAP-Bericht – die daraufhin offiziell versicherte, man beobachte das Thema, sehe aber keinen Anlass für ein eigenes Programm (MoD-Ministerin: „keine Hinweise auf außerirdische Erklärungen“ und UFO-Phänomene sehr wahrscheinlich konventionell erklärbar). Im italienischen Parlament wurde das Thema vereinzelt von Abgeordneten aufgegriffen; so forderten 2021 einige Parlamentarier Auskunft, ob die Regierung angesichts der US-Entwicklungen neue Untersuchungen plane. Dies mündete jedoch (noch) nicht in formelle Beschlüsse – die Zuständigkeit blieb bei der Luftwaffe. In Deutschland stellten schon früher Bundestagsabgeordnete Fragen zu UFOs: Zwischen 2005 und 2009 gab es vier parlamentarische Anfragen zu UFOs und Außerirdischem Leben, die von der Bundesregierung jeweils abschlägig beantwortet wurden. 2010 klagte ein Bürger erfolgreich auf Einsicht in einen Bundestagsstudie zu UFOs, was die grundsätzliche Transparenzdebatte befeuerte. In der aktuellen Legislatur (seit 2021) wurde zwar keine Bundestagsdebatte zu UAPs bekannt, doch es gibt informelles Interesse einzelner Abgeordneter am internationalen Fortschritt. Generell bleibt das Thema in Deutschland aber politisch Randerscheinung – anders als z.B. in den USA, wo es mehrere Kongressanhörungen gab.
Zusammenfassend zeichnet sich politisch ein langsamer Wandel ab: Was lange als popkulturelle Kuriosität belächelt wurde, wird zunehmend als legitimes Thema für Transparenz, Wissenschaft und Sicherheit erkannt. Die Initiative im EU-Parlament sowie ähnliche Vorstöße etwa in den Parlamenten der Niederlande und Skandinaviens zeigen, dass europäische Politiker beginnen, einen Rahmen für den Umgang mit UAPs zu fordern. Noch sind diese Anträge nicht in konkrete Politik gegossen, doch die Debatte hat begonnen – mit dem Ziel, einheitliche Prozeduren für UAP-Sichtungen zu schaffen und Informationen aus Militär, Wissenschaft und Zivilbevölkerung zusammenzuführen.
Sichtungen und behördliche Reaktionen seit 2020
In Europa wurden auch nach 2020 zahlreiche UFO-Sichtungen gemeldet – sowohl von Zivilpersonen als auch von Piloten oder Militärangehörigen. Die meisten dieser Fälle wurden von den zuständigen Stellen untersucht und konnten aufgeklärt werden, einige blieben jedoch ungeklärt und sorgten für öffentliches Aufsehen. Dank der Bemühungen offizieller Stellen gelangen immer wieder Informationen zu solchen Vorfällen an die Öffentlichkeit.
Ein markantes Beispiel sind die jährlich erfassten Sichtungen in Italien. Die Aeronautica Militare veröffentlichte kürzlich eine Statistik, wonach im Zeitraum 2001–2024 landesweit insgesamt 473 UFO-Meldungen registriert wurden. Die regionale Verteilung zeigt Schwerpunkte in einigen bevölkerungsreichen Regionen wie Kampanien (ca. 16 % der Fälle) und der Lombardei (14 %)
. Diese Grafik der italienischen Luftwaffe veranschaulicht die regionale Herkunft der gemeldeten UFO-Sichtungen zwischen 2001 und 2024. Für die Jahre seit 2020 wurden pro Jahr typischerweise wenige bis einstellige Fallzahlen gemeldet: 2020 beispielsweise 2 Fälle (siehe oben), 2021 rund ein Dutzend Fälle, 2022 etwa 14 Fälle und 2023 ebenfalls um die 11 Fälle. Viele dieser Sichtungen betrafen Lichter oder Objekte am Himmel, die nach Untersuchung als Planeten, Himmelslaternen oder Drohnen identifiziert wurden. Einige Fälle aber blieben „senza spiegazione“ – ohne Erklärung – und werden in den offiziellen Listen als echte UFOs geführt. Die Behörden behandeln solche ungeklärten Meldungen sachlich: Sie werden archiviert und veröffentlicht, aber nicht sensationalisiert. So meldete die Luftwaffe etwa im Januar 2021 bei Bernareggio (Lombardei) ein unregelmäßig geformtes weiß-schwarzes Objekt, das in niedriger Höhe gesichtet wurde – trotz aller Recherchen konnte k
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