Kein Netz. Kein Trost. Nur Du.Eine Antwort in der Stimme Friedrich Nietzsches

Du sprichst von einem Netz unter dir. Etwas, das dich hält, wenn du den Boden unter den Füßen verlierst. Etwas, das dir erlaubt, frei zu schwingen – weil du weißt, dass du nicht fallen wirst. Ich aber frage dich: Was, wenn es kein Netz gibt? Was, wenn unter dir nichts ist – kein Gott, kein letzter Sinn, kein verborgenes Versprechen? Nur Tiefe. Nur Leere. Nur das Echo deiner eigenen Gedanken.

Der Mensch sucht Halt, weil er den Abgrund fürchtet. Er nennt es Vertrauen, Liebe, Gewissheit. Aber oft ist es nur eine edel verkleidete Angst. Die Angst, dass unter allem, was er denkt, nichts ist – außer ihm selbst. Doch ich sage dir: Das Netz ist die letzte Illusion. Das Denken wird erst wahr, wenn du es ohne Sicherung wagst.

Der freie Mensch ist nicht der, der schwingt, weil ihn etwas trägt. Sondern der, der weiß, dass er stürzen kann – und trotzdem weitergeht. Denn in der Tiefe liegt nicht das Ende – sondern der Anfang deiner eigenen Kraft.

Ich habe einmal geschrieben: „Der Mensch ist ein Seil über einem Abgrund.“ Nicht weil er gehalten wird. Sondern weil er sich selbst halten muss. Weil er tanzen soll – nicht trotz des Abgrunds, sondern wegen ihm.

Also frag dich nicht, ob dich etwas auffängt. Frag dich, ob du fähig bist, nicht mehr aufgefangen werden zu müssen. Das ist der Anfang deiner Würde.

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